Matthias Schweizer, Stolberg

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Das Phänomen der Intuition

Das Thema Intuition

Das Thema Intuition wird zur Zeit immer beliebter. In den vergangenen Jahren sind eine Vielzahl an Büchern zu diesem Thema erschienen. Einige Werke behandeln die Intuition sehr wissenschaftlich und reichen bis auf C.G. Jung zurück, der die Intuition in ihrer psychologischen Bedeutung beschrieben hat. Meist wird die Intuition in der Wissenschaft als eine gefühlsmäßige Ahnung umschrieben. Einige moderne Anschauungen gehen einen Schritt weiter und erkennen in der Intuition auch ein kognitives Werkzeug. Nämlich dann, wenn der Verstand mit der Komplexität eines Sachverhaltes überfordert ist. In dem Fall soll sich das Unbewusste im Menschen einschalten und eine Lösung herbeiführen - diese kommt dann oft spontan, wenn wir es nicht erwarten. Nun, wir kennen alle diese plötzlichen, genialen Ideen auf dem Stillen Örtchen, die oft auf einen zweiten, prüfenden Blick etwas von ihrer Genialität einbüßen. Ein zweiter Ansatz, sich der Intuition zu nähern, ist spiritueller Natur.

Schon der große Yoga-Lehrer Paramahansa Yogananda erkannte in der Intuition ein spirituelles Werkzeug, dass es uns ermöglicht, die Natur Gottes zu erahnen. Da, wo der Verstand an Gottes Wirklichkeit scheitert, kann uns die Intuition helfen. In dieser Tradition stehen mittlerweile viele Bücher, eben weil der Intuition ein mystischer Charakter anhaftet. Alles in allem wird die Intuition begrifflich sehr vielfältig genutzt: In der Unternehmenspsychologie wird sie mit emotionaler Intelligenz gleich gesetzt, während andere Theorien den Schwerpunkt auf die Ahnung zukünftiger Ereignisse legen. Es ist somit nicht einfach, das Thema einzugrenzen. Vielmehr ist es ein Phänomen, das eine Annäherung durch Erfahrungen erfordert. Ähnlich, wie auch das Phänomen der Liebe, kann man viel über die Intuition schreiben. Erkenntnisreicher ist jedoch das gezielte Erleben. Das bringt uns direkt zum entscheidenden Punkt: wie lässt sich die Intuition erfahrbar machen oder gar fördern?

Bleiben wir für die Klärung dieser Frage zunächst beim Ausgangspunkt: der allgemeinen Annahme, dass die Intuition Einblicke und Ahnungen liefert, die der Verstand nicht liefern kann. Lassen wir dafür die Intuition gleichberechtigt neben Verstand und Emotion bestehen. Aus meiner persönlichen Erfahrung und der Erfahrung, die ich mit anderen Menschen gemacht habe, welche ihre Intuition schulen wollten, sind diese Annahmen auch durchaus berechtigt. Ich habe gelernt, dass die Intuition immer auf mehreren Ebenen erfahrbar sein kann. Eine Ebene ist sicherlich die emotionale Ebene. Die Intuition kann Emotionen zu den verschiedensten Sachverhalten, die auch in der Zukunft liegen können, liefern. Wir können somit erfahren, dass ein zukünftiges Ereignis intuitiv bestimmte Gefühle in uns wachruft. Oder wir können intuitiv erahnen, wie es einem Menschen geht, der z.B. gerade auf Reisen ist. Auch dies geschieht durch präzise Emotionen, die zur Fragestellung intuitiv in uns aufsteigen. Natürlich ergibt sich auf dieser intuitiven Ebene die immer wieder berechtigte Frage: sind diese Gefühle denn auch verlässlich? Nun, sie sind es nur, wenn wir zum Zeitpunkt der intuitiven Erfahrung emotional vorbereitet sind. Vorbereitet sein bedeutet, eine passiv, liebevolle Grundhaltung einzunehmen. Das gleiche Gebot gilt im Übrigen auch für die Telepathie – aber das nur am Rande. Ich nenne diese Grundhaltung „Stille Liebe“, da dieser Ausdruck dem emotionalen Anspruch für ein intuitives Erleben am nächsten kommt. Das bedeutet im Übrigen natürlich nicht, dass Intuition nicht auch spontan sein kann. Wir wollen uns aber an dieser Stelle mit dem willentlichen Aspekt befassen, d.h. der Frage, wie wir zu einer von uns bestimmten Zeit intuitiv arbeiten können. Um in den Zustand der „Stillen Liebe“ zu gelangen und auch darin zu bleiben, ist die bewusste Arbeit mit Emotionen unerlässlich. Es ist wichtig, die störenden Emotionen, z.B. von Angst und Trauer, aufzuspüren und aufzulösen. In dieser Arbeit liegt meines Erachtens auch der größte spirituelle Fortschritt begraben. Die Klärung unseres emotionalen Wesens schafft viel Energie und Raum für seelische Qualitäten, die wir in uns beleben möchten. Aber dazu später mehr.

Eine weitere intuitive Ebene ist die der Ideen. Intuitiv Ideen abzufragen ist schon etwas anspruchsvoller, als die Abfrage eines intuitiven Gefühls. Die Voraussetzung dafür ist eine entsprechende meditative Vorbereitung, welche das Gedankenleben klärt und beruhigt. Ich kombiniere zu diesem Zweck unterschiedliche Übungen, die mich zunächst emotional und dann gedanklich vorbereiten. Zudem mache ich mir meine energetische Natur bewusst, um meine „Antennen“ noch mehr zu sensibilisieren. Die Intuition zeigt sich auf der Ebene der Ideen auf zwei unterschiedliche Arten. Erstens erlaubt sie einen kreativen Umgang mit bereits bestehenden Kenntnissen. Sie vernetzt z.B. Wissen, welches wir getrennt voneinander abgespeichert haben. So werden uns intuitiv Zusammenhänge bewusst, die wir mit unserem Verstand nicht gesehen haben. Das mag nicht sonderlich spektakulär oder mysteriös erscheinen, ist aber eine tolle Erfahrung, da wir in einem intuitiv angeregten Zustand kreativer unser Potential nutzen können. Das ist für viele Lebensbereiche sehr hilfreich, z.B. im Beruf, in der Kunst oder in der Paarbeziehung und auch Kindererziehung. Die zweite Ebene ist von den eigenen Erfahrungen losgelöst. Ich erfahre Intuition dann als abstrakte Bilder, die regelrecht auf mich herabregnen. Diese Bilder muss ich interpretieren und übersetzen, was mithilfe der sich dazu intuitiv ergebenden Emotionen auch ganz gut gelingt. Auch, wenn die Übersetzung in Sprache immer einen Verlust darstellt. Deshalb ist das Erleben der Intuition auch ungleich schöner und aus diesem Grund unterrichte ich die Menschen auch so gerne in diesem großartigen Werkzeug - sie fördert die spirituelle Eigenständigkeit und gibt zugleich einen zusätzlichen Stand im Leben. Diese zweite intuitive Ebene ist deutlich interessanter, da sie Informationen liefert, welche von unserer Persönlichkeit losgelöst sind. Für mich ist das eindeutig eine spirituelle Erfahrung, da ich in eine andere Wahrnehmungsrealität eintauchen darf und mich als Matthias dabei völlig vergesse (und auch keine Rolle spiele)

Die Auswahl der meditativen Mittel, um Intuition zu erfahren, ist sehr wichtig. Es reicht nicht nur, eine beliebige Übung zur Klärung exerzieren. Warum möchte ich folgend erläutern. Intuition hat sich mir als spirituelles Werkzeug dargestellt. Im Grunde habe ich intuitiv gelernt, die Intuition zu nutzen. Ich schrieb intuitiv ein Buch zu diesem Thema und hätte dieses wahrscheinlich auch als gechanneltes Werk verkaufen können. Dann hätte ich den Engel oder den Geistführer xy gechannelt und alle dürften an diesem Wissen teilhaben, was ich schriftlich zur Verfügung stellen würde. Das wäre aber am Ziel vorbei gewesen, da es in diesem Zeitalter wichtig ist, jedem Menschen die Möglichkeit zu geben, seine spirituellen Sinne zu entfalten und sich selbst intuitiv die Antworten auf die Fragen des Lebens und des persönlichen Weges zu geben. Ich betrachte die Intuition als Kanal zum Seelen-Ich. Ich nenne es Seelen-Ich, weil der göttliche Aspekt in uns ist, der uns durchtränkt und beständig ruft. Die Intuition ist der bewusste Kanal, den wir für die Kommunikation mit unserem Seelen-Ich nutzen. Deshalb ist die „Stille Liebe“ die Grundhaltung der Wahl, da sie zugleich eine (von vielen) Seelen-Qualität(en) darstellt. Die von uns empfundene „Stille Liebe“ ist quasi die tiefere Oktave eines von der Seele empfunden „Gefühls“ und zugleich unsere Verbindung mit selbiger. Und wenn ich ganz ehrlich bin, ist mir dieses Gefühl mittlerweile wichtiger, als die Fähigkeit der Intuition. Deshalb wünsche ich Ihnen, lieber Leser, ganz viel von dieser „Stillen Liebe“!

Über Matthias Schweizer

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Matthias Schweizer

Matthias Schweizer war seit frühester Kindheit von den Fragen um Leben, Tod und Gott fasziniert. Durch spirituelle Erlebnisse in der Jugend geweckt, begann während seines Studiums eine ungewöhnlich brennende Suche nach Gottesnähe und Wahrheit. Diese Suche führte dazu, dass er seit über 15 Jahren verschiedene Meditationstechniken praktiziert, lehrt und sich über 10 Jahre der Energiearbeit widmete. Hinzu kam eine lebendige Beschäftigung mit den hermetischen Lehren in Theorie und (vor allem) viel Praxis. Dennoch unzufrieden mit seiner Entwicklung und damit auch dem Lebensweg, begab er sich schließlich intensiv auf eine innere Suche. Die Suche war abseits der Wege, die er bis dahin beschritten hatte und mündete in dem vorliegenden Lehrgebäude.

 

Matthias Schweizer ist der Autor von „Die Reise in das Seelen-Ich. Band 1: Übungen für die Intuition".

Broschierte Ausgabe, 228 Seiten
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